Prof. Dr. Bernd Clausen
Einladung zur Jahrestagung des AMPF 2010
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
turnusgemäß hat der Tagungsvorsitz gewechselt, und ich darf Ihnen im Namen des gesamten Vorstandes sowie des Beirates des AMPF eine gehörige Portion Gesundheit und ein erfolgreiches Jahr wünschen!
Zugleich lade ich Sie sehr herzlich zur diesjährigen Tagung ein. Sie findet statt unter dem Thema > Vergleich in der musikpädagogischen Forschung< in der Zeit vom 8. bis zum 10. Oktober 2010 im Kloster Frenswegen bei Nordhorn.
Allgemeines
Die Grundstruktur des Vergleichens als Verfahren besteht zum einen aus den verglichenen Entitäten und zum anderen aus dem Vergleichsbezug, also dem dritten Element der Vergleichung (tertium comparationis). Für Kant (in: Jäsche-Logik, §6) gehört die „Komparation [...], d.i. die Vergleichung der Vorstellungen untereinander im Verhältnis zur Einheit des Bewusstseins“ zum logischen Verstandesakt, „wodurch Begriffe ihre Form nach erzeugt werden.“ Der Vergleich als konstitutives Element des Erkenntnisprozesses mit der Möglichkeit begrifflicher Differenzierung und/ oder als Ordnungsverfahren macht ihn in vielen Wissenschaftsbereichen zur zentralen Methode.
Themenbereiche
Für die musikpädagogische Forschung entfaltet sich das Tagungsthema in vier unterschiedliche Perspektiven
- Die Perspektiven des Vergleichs als methodischem Prinzip erscheinen in dreierlei Hinsicht: (a) in der empirischen Forschung (Vergleich von Datenverteilungen etc.), (b) in der hermeneutischen Forschung (das Verstehen und die Deutung von menschlichen Objektivationen wie Texten, Bildern, Musiken aus der Bezugnahme auf das jeweils Vorhergende), (c) in der historischen Forschung (Deutung historischer Phänomene aus der Gegenwart, Problem der Zeitdifferenz).
- Die im weitesten Sinne wissenschaftstheoretische Perspektive wendet sich dem Vergleich vor dem Hintergrund epistemologischer und methodologischer Überlegungen in der musikpädagogischen Forschung zu.
- Die inhaltliche Perspektive ist vielschichtig und wendet sich der Leistungsfähigkeit unterschiedlicher wissenschaftlicher Zugriffe auf ein und dasselbe Phänomen zu: empirisch/ phänomenologisch/ (sprach)analytisch usw.; dazu gehört ebenfalls der Vergleich in musikalischen Kontexten wie Probespiel, Wettbewerben u.a.m. sowie der Aspekt Interkulturalität.
- Die wissenschaftssystematische Perspektive rückt den Vergleich als Möglichkeitsbedingung der Ordnung alten oder neu gewonnenen Wissens sowie wissenschaftsinstitutionell (Komparative Musikpädagogik) in den Vordergrund.
Freie Beiträge und Poster
Wie auf den vergangenen Tagungen besteht auch auf der diesjährigen Jahrestagung die Möglichkeit, wissenschaftliche Ergebnisse von Arbeiten, die dem Tagungsthema nicht entsprechen, als ‚freie‘ Forschungsberichte einzureichen, ggf. vorzutragen und zur Diskussion zu stellen. Je nach Stand der Vorhaben können Projektposter an Stelle bzw. in Ergänzung eines Vortrags präsentiert werden, um so während der Tagung die Teilnehmer über das laufende oder geplante Forschungsvorhaben, musikpädagogische Fragestellungen und die vorläufigen Ergebnisse zu informieren. Der Tagungsband wird zur Dokumentation dieser Vorhaben einen zusätzlichen Abschnitt enthalten.
Zeitplan
- Die Anmeldung der Beiträge für die Tagung erfolgt bis zum 30. April 2010. Dazu schicken Sie bitte ein maximal zweiseitiges Exposé mit einem aussagekräftigen Titel als Word-oder PDF-Datei an mich (bernd.clausen@hfm-wuerzburg.de). Beachten Sie bitte, dass nur solche Exposés Berücksichtigung finden können, aus denen das Erkenntnisinteresse, die musikpädagogische Fragestellung, der aktuelle Forschungsstand, das methodische Vorgehen und der Aufbau der Ausführungen klar ersichtlich sind.
- Der Vorstand stellt Mitte Mai 2010 das vorläufige Tagungsprogramm zusammen. Dieses sowie die Exposés werden auf der Internetseite des AMPF (www.ampf.info) zum 1. Juni 2010 veröffentlicht.
- Anmeldung der Mitglieder und der Referenten werden bis zum 1. August 2010 über den Geschäftsführer, Herrn Prof. Dr. Magnus Gaul, erbeten. Bitte nutzen Sie dafür das beiliegende Anmeldeformular. Bei verspäteter Anmeldung erhöht sich der Tagungsbeitrag um 10 €.
- Einsendung der Vortragsskripte als Word-oder PDF-Datei (für die Veröffentlichung auf der Internetseite des AMPF) sind per Email oder als Textausdruck postalisch bis zum 29. August 2010 (Achtung: Ausschlusstermin) möglich. Die Skripte sollen einen Umfang von 10 Seiten nicht überschreiten (Ausnahme Beiträge für die Anmeldung zum Forschungspreis, ca. 20 Seiten), die Druckfassung für den Tagungsband kann jedoch länger sein. Für Ihren Vortrag während der Tagung haben Sie 20 Minuten Zeit; es schließen sich weitere 20 Minuten für die Diskussion an.
Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise
Der Vorstand behält sich vor, nur solche Tagungsbeiträge in den Berichtsband aufzunehmen, die die folgenden ‚Minimalstandards wissenschaftlichen Arbeitens‘ einhalten:
- Die Beiträge sollen am Anfang die Fragestellung klar entfalten und den Rahmen angeben, in den sie mehr oder weniger Gewichtiges hineinstellen wollen.
- Sie sollen unter keinen Umständen hinter den vorliegenden Stand der Forschung in jenem Bereich, dem die Fragestellung zugerechnet wird, zurückfallen.
- Sie sollen, sofern vorhanden, den internationalen Stand der fragestellungsrelevanten Diskussion und die entsprechende Literatur einbeziehen.
- Die Beiträge sollen deutlich machen, worin der Erkenntniszuwachs besteht.
Forschungspreis
Damit die Arbeit im Bereich der musikpädagogischen Forschung für Nachwuchswissenschaftler an Attraktivität gewinnt, schreibt der Vorstand des AMPF auch in diesem Jahr wieder einen Forschungspreis aus. Bewerben können sich (ggf. auch promovierte) Nachwuchswissenschaftler mit ihren für die Jahrestagung eingereichten Beiträgen, die einen originären, substanziellen Beitrag zur Musikpädagogik darstellen. Bewerber um den Forschungspreis bitten wir, das auf der AMPF-Homepage befindliche Anmeldeformular ausgefüllt dem Beitrag beizufügen. Der Preis besteht aus einer Urkunde, einer eigens ausgewiesenen Publikation im Berichtsband des AMPF sowie einem Preisgeld von 250 €.

